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Rückblick – Unsere Erkenntnisse

1. Deutscher Zuckerreduktionsgipfel

„Vier Würfelzucker stecken in einem 250-Gramm-Fruchtjoghurt“, schätzten Eltern bei einer Umfrage des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Die süße Wahrheit: Es sind ganze 11 Stück, also die dreifache Menge. Damit lagen 92 % der Befragten weit neben der tatsächlichen Zuckermenge. Erschreckend!

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Mit diesem überraschenden Denkanstoß startete der Opens external link in new window1. Deutsche Zuckerreduktionsgipfel im Oktober 2017, angeregt durch die AOK. Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Medizin, Lebensmittelindustrie und Verbraucherschutz diskutierten über Möglichkeiten der Zuckerreduktion. Fakt ist: In Deutschland wird zu viel Zucker konsumiert. Die Folgen sind Übergewicht, daraus resultierende Krankheiten und neben viel persönlichem Leid auch hohe Kosten für die Gesellschaft. Schon deshalb wird kurz vor dem 2. Zuckerreduktionsgipfel deutlich, dass die zentralen Forderungen bleiben:

  • eine „Lebensmittelampel“; eindeutige Kennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen
  • ein Werbeverbot für zucker-, fett- und salzhaltige Lebensmittel, die sich an Kinder richten
  • eine Anpassung des Zucker-, Fett- und Salzgehalts der Industrie
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Rot, Gelb, Grün: die Ampel für Lebensmittel

Übergewicht ist ein wachsendes Problem nicht nur in Deutschland. Die Zahlen steigen seit Jahren. Schon im vergangenen Jahr wurde beim Zuckerreduktionsgipfel deshalb eine vereinfachte Kennzeichnung von Lebensmitteln diskutiert. Sie soll ein Wegweiser sein und helfen, den in den kleingedruckten Angaben der Verpackungen „versteckten“ Zucker zu identifizieren. Die verständliche Kennzeichnung mit den Ampelfarben steht schon lange im Raum. Ein simpler Ansatz, der auch in diesem Jahr erneut auf den Tisch kommen wird, denn leider scheitern diese Forderungen bereits seit 2010 an der Lobby der Lebensmittelindustrie.

Keine Werbung für Dickmacher

"Aus dicken Kindern werden oft dicke Erwachsene." – Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e. V.

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Das sind deutliche Worte von Thomas Fischbach in der Einleitung der Spezialausgabe des Magazins Opens external link in new windowGesundheit und Gesellschaft – süß war gestern. Herausgegeben vom AOK-Bundesverband fasst es Fakten, Positionen und Meinungen der Strategie „gemeinsam gegen Zucker“ zusammen. Damit legt er direkt den Finger in die Wunde eines weiteren Problems. Nicht nur die unzureichend gekennzeichneten Lebensmittel sind eine Gefahr, auch die massive Werbung ungesunder Produkte für Kinder nimmt weiter zu. Es gibt zwar bereits eine freiwillige Selbstverpflichtung der größten Lebensmittelhersteller durch den sogenannten EU-Pledge, aber auch wenn hier regelmäßig kontrolliert wird, sorgen zahllose Sonderregelungen dafür, dass diese Kontrollen nahezu wirkungslos bleiben. Werbung für zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten gibt es ebenso weiter wie „Quengelware“ an den Supermarktkassen oder lustige Comics auf Joghurtbechern, die zum Kauf animieren. Hier braucht es klare Regeln für die Industrie – die zweite zentrale Forderung.

Andere Länder machen es vor

"Endlich tut sich etwas in Sachen #wenigerZucker. Nachdem die Discounter Lidl, Rewe und REAL bereits eine Strategie zur Zuckerreduktion vorgelegt haben, verringert nun auch Edeka künftig den Zucker- und Salzanteil bei seinen Eigenmarken." – Dr. Kai Kolpatzik, Leiter der Abteilung Prävention im AOK-Bundesverband

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Auch in Deutschland gibt es bereits erste Bemühungen und Kampagnen in die richtige, zuckerärmere Richtung. Es bleibt aber bei zaghaften Einzelversuchen, die das Problem nur an der Oberfläche ankratzen. Andere Länder sind schon weiter und verpflichten nach WHO-Empfehlung Lebensmittelhersteller, den Zucker-, Fett- und Salzgehalt in ihren Produkten einzudämmen. Einige davon haben sogar eine Zuckersteuer eingeführt, wodurch kritische Lebensmittelgruppen mit einer Extra-Steuer belegt werden. Mit Erfolg, wie Studien zeigen. Wir hinken also weit hinterher – ein Fakt, den wir mit dem Gipfel angehen wollen.

Die AOK PLUS wieder mit dabei

Es gibt drei Ideen- und Lösungsansätze, um die es auch in diesem Jahr wieder gehen soll. Um weiterzukommen, ist es wichtig, an einem Strang zu ziehen. Wenn der 2. Deutsche Zuckerreduktionsgipfel am 17. Oktober 2018 stattfindet, wird deshalb auch in diesem Jahr die AOK PLUS dabei sein und ihren Beitrag zu einer zuckerreduzierten Zukunft leisten. Diesmal mit einer 20-Tage-Challenge gegen Zucker und vielen wertvollen Tipps von Dr. Eckart von Hirschhausen und Olympionikin Jenny Elbe. Mit dieser augenöffnenden Aktion möchten wir zum zweiten Mal ein klares Statement setzen.

Infos zum Nachlesen:

Pressemitteilung 1. Deutscher Zuckerreduktionsgipfel: Opens external link in new windowhier
Pressemitteilung 2. Deutscher Zuckerreduktionsgipfel: Opens external link in new windowhier
Magazin G+G Süß war gestern zum Opens external link in new windowDownload
Pressemitteilung AOK PLUS: Opens external link in new windowSo war der Zuckerreduktionsgipfel