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Mythos Zucker

Stimmt das?

Um Zucker ranken sich viele Mythen. Böse oder gut? Überflüssig oder lebensnotwendig? Welche sind wahr, welche falsch? Wir decken die 10 größten Gerüchte und Annahmen für euch auf.

1. Der Körper braucht Zucker

Ja und nein. Die Energie zum Atmen, Laufen und Denken holt sich der Körper vor allem aus Glucose, also reinem Zucker. Allein das Gehirn verbrennt täglich 100 bis 130 Gramm davon. Glucose ist aber nicht nur in Haushaltszucker enthalten, sondern auch in Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Reis und Getreide.

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2. Traubenzucker ist gut für die Konzentration

Ja. Zumindest für einen kurzen Moment. Traubenzucker ist jedoch reine Glucose, also purer Zucker. Die Energie geht sofort ins Blut - und ist schnell aufgebraucht. Das Gehirn bekommt also einen kurzen Kick, danach fällt die Leistungskurve rapide ab und man ist schlapp.

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3. Zuckerfreie Lebensmittel enthalten keinen Zucker

Nein. Denn "ohne Zuckerzusatz" oder "zuckerfrei" dürfen Hersteller auf alle Lebensmittel schreiben, die 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm oder pro 100 Milliliter enthalten. So hat es die EU beschlossen. Das Versprechen "ohne Zuckerzusatz" bedeutet nur, dass bei der Verarbeitung kein weiterer Zucker zugesetzt wurde - zusätzlich zu dem, der bereits von Natur aus enthalten ist.

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4. Honig ist gesünder als Zucker

Ja und nein. Honig besteht zu rund 80 Prozent aus Zucker und zu etwa 17 Prozent aus Wasser. Das bedeutet, dass Honig sich auf den Körper genauso auswirkt wie Zucker. Die winzigen Mengen an Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen, Säuren und entzündungshemmenden Enzymen sind übrigens dahin, sobald man Honig erhitzt.

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5. Gemüse enthält keinen Zucker

Falsch. Verglichen mit Obst hat Gemüse zwar einen deutlich geringeren Zuckergehalt. Glucose und Fructose, also Zucker, sind aber dennoch enthalten. Kichererbsen haben 11 Gramm Zucker auf 100 Gramm, gefolgt von Löwenzahn mit 8,5 Gramm und grünen Erbsen mit 6 Gramm. Schlusslichter mit weniger als einem Gramm pro 100 Gramm sind Bambussprossen, Champignons, Chinakohl, Feldsalat, Kartoffeln, Pfifferlinge, Rettich, Spinat und Steinpilze.

6. Zucker macht süchtig

Nein. Zucker ist keine Droge. Es geht vielmehr um die Gier auf Süßes - und die ist uns angeboren. Denn unser Gehirn reagiert auf Zucker: Es sendet dann Botenstoffe aus, die uns ein angenehmes Gefühl verschaffen. Besonders gut funktioniert das bei einer Kombination aus Zucker und Fett. Daher kommt das manchmal heftige Verlangen nach Schokolade.

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7. Zucker entzieht dem Körper Vitamine

Nein. Dieser Mythos entstand, weil der Körper Vitamin B1 benötigt, um Zucker so umzubauen, dass er als Energie zur Verfügung steht. Vitamin B1 beschleunigt diesen Vorgang. Der Stoffwechsel verbraucht das Vitamin jedoch nicht, sondern es steht nach kurzer Pause wieder zur Verfügung.

8. Krebszellen lieben Zucker

Ja. Aber sie lieben auch Eiweiß und Fett. Die Diskussion über den Zucker als "Krebsfütterer" ist sehr alt und immer noch aktuell. Natürlich sollte jeder Krebspatient auch seine Essgewohnheiten kritisch überdenken und eventuell die Ernährung umstellen. Das bedeutet aber nicht, dass Kohlenhydrate und Zucker komplett wegfallen müssen.

9. Zucker löst ADHS aus

Nein. Wissenschaftler haben das lange diskutiert und untersucht. Weder macht Zucker aus gesunden Kindern hibbelige Zeitgenossen, noch werden Kinder mit dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom durch eine zuckerlose Diät aufmerksamer und konzentrierter. Trotzdem ist dieser Mythos nach wie vor ein Thema in Internetforen. Interessant ist allerdings ein Placeboeffekt: Eltern, deren Kinder etwas angeblich Zuckerhaltiges tranken, behaupteten hinterher, ihre Kinder seien zappeliger als sonst ...

10. Süßstoffe machen hungrig

Nein. Ein Zusammenhang zwischen Süßstoffen und einem verstärkten Hungergefühl ist nicht belegt. Die Ersatzstoffe, so der Verdacht, gaukeln dem Körper vor, dass er gleich Zucker bekommt. Bleibt dieser aus, entsteht Heißhunger. Das konnte aber bisher in Studien nicht belegt werden. Das Problem scheint eher zu sein, dass Menschen, die Süßstoff verwenden, sich für die eingesparten Kalorien mit Schokolade oder Eis belohnen.