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Tipps & Tricks für die „Warum“-Phase

Trifft ein Wieso ein Weshalb und fragt sich, Warum

Google, die Lexika-Kollektion und die „Sendung mit der Maus“ stehen schon für uns bereit, wenn rund um den dritten Geburtstag deines Kindes die „Warum“-Phase an die Tür klopft. Lassen wir sie eintreten und schauen mal, was passiert:

Hallo „Warum“-Phase, warum bist du eigentlich da?

Dafür habe ich genau zwei Gründe: Das Sprachzentrum deines Kindes explodiert und gleichzeitig möchte es die Welt um sich herum genauer begreifen. Deshalb stellt es Fragen. Viele Fragen!

Wann genau muss ich mit dir rechnen?

Ich komme meistens zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr jedes Kindes. Das ist eine Phase für wichtige Entwicklungsprozesse. Deshalb liegt auch die U-Untersuchung 7a genau in dieser Zeitspanne, der Arzt wird bei dieser Untersuchung der sprachlichen Entwicklung besondere Aufmerksamkeit schenken.

Was genau passiert denn durch dich im Gehirn meines Kindes?

Ich vernetze neue Bereiche im Gehirn. Das Gedächtnis wird jetzt bei deinem Kind aktiv genutzt und es lernt, auf Erfahrungen zurückzugreifen. Fragen hilft dabei, alles Gesehene auch zu verstehen.

Wie kann ich meinem Kind denn dabei helfen?

Antworten! Auch wenn es oft fast philosophisch wird und Kinder keine Tabus kennen: Jede Antwort zählt. Ein super Trick, um die endlose Fragenkette zu durchbrechen, sind Gegenfragen: ‚Warum denkst du denn, ist Regen nass?‘

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Das wirklich Spannende für alle Eltern mit Kindern in der „Warum“-Phase ist, dass der Alltag wieder ganz anders erlebt wird. Nathalie vom Blog Eine ganz normale Mama kann davon ein Lied singen. Mit ihren Kindern hat sie schon die witzigsten Dialoge geführt.

Was ist, wenn ich mal keine Antwort weiß?

Hey, auch das ist erlaubt. Schau mal: Damit lernt dein Kind, dass es ok ist, auch mal nicht die Lösung zu wissen. Außerdem könnt ihr Eltern euch gut aufteilen, Papas erklären Sachen ganz anders und mitunter viel detaillierter als Mamas.

Ist eigentlich jedes „Warum“ gleich?

Nicht ganz. Uns gibt es in unterschiedlichen Variationen. Der Klassiker sind ‚Warum‘-Fragen aus Neugier. Manchmal stellt dein Kind sie aber auch als Test und zerlegt jede Unterhaltung in tausende ‚Warums‘. Manchmal kommen Fragen aus Verzweiflung oder auch als Trotzreaktion. ‚Warum darf ich keine Schokolade essen?‘ wäre so ein Fall.

Und wann gehst du wieder, liebe „Warum“-Phase?

Keine Sorge, es wird weniger. Dafür kommen andere Phasen zu Besuch. Meine Verwandten „Ich will nicht“-Phase, die „Meins“-Phase und die „Du bist nicht mehr mein Freund“-Phase stehen schon in den Startlöchern.

Warum denn gleich so viele?

„Tja liebe Eltern, das Leben soll doch spannend bleiben. Wenn ihr denkt, das waren schon viele Fragen – Pustekuchen. Jetzt seid ihr erst richtig warm. Genau wie euer Kind.“

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Nathalie Klüver

Vom Blog ganznormalemama.com

Wie haben Eltern in der Vor-Internet-Zeit eigentlich die „Warum"-Phase überstanden? Dass mein Telefon auf fast alles eine Antwort weiß, haben meine Jungs schnell herausgefunden. Aber manchmal muss selbst das passen – denn Kinder denken um die Ecke. Die Planetennamen kann ich dank meiner Kinder im Halbschlaf in die richtige Reihenfolge bringen (wahlweise sortiert nach Nähe zur Sonne oder der Größe). Ich kann einen Brachiosaurus von einem Triceratops unterscheiden und das Wort Pteranodon fehlerfrei aussprechen. Und ich kenne alle Theorien, wieso die Dinos ausgestorben sind aus dem Effeff. Ich bin in der Lage zu erklären, wieso der Kaffee nicht weiß wird, wenn sich der weiße Zucker in ihm auflöst. Und wieso er weiß wird, wenn man Milch dazugibt.

Aber manchmal bin ich mit meinem Latein am Ende.

Eines ist aber sicher: Wenn man sich auf die Fragen einlässt, dann lernt man selbst unheimlich viel dazu. Denn die „Warum"-Phase dauert lange. Und wenn man so wie ich drei Kinder hat, dann kommt man über Jahre nicht hinaus. Nur die Fragen werden anders. Kommt man bei einem Dreijährigen noch ganz gut hinterher, so fordert einen ein Schulkind noch mehr heraus. „Warum gibt es Krieg?“ kann man nicht mehr einfach mit einem „Weil sich Menschen streiten, wie du und dein Bruder“, beantworten. Denn während ein Dreijähriger die Erklärung noch hinnimmt, schiebt ein Siebenjähriger gleich hinterher: „Aber wir vertragen uns doch auch immer wieder, wieso machen die das nicht?“ Und das sind dann die Momente, wo man als Erwachsener verstummt und wirklich nicht mehr weiter weiß. „Dann guck doch mal auf dein Handy!“ kommt dann prompt von meinem Sohn. Tja, da hilft auch der Blick ins Internet nicht. Man kann nicht alle Fragen beantworten. Aber man sollte es zumindest gemeinsam versuchen. Denn auch das macht schlau.