Kinderwunsch, künstliche Befruchtung und Co.

Mein Wunder heißt Winfried!

Blaubeeren und Himbeeren kullern über den Tellerrand, über den Tisch hinweg und abwärts auf den Fußboden. Ein Kinderlachen ertönt. Belustigt verfolgt Winfried das Wettrennen zwischen rot und blau und lutscht dann voller Hingabe an einer süßen Himbeere. Das sind echte Sommerfreuden!

Josephine, die Mama von Winfried, kann selber kaum glauben, welches kleine große Glück ihr da gegenübersitzt. Der Weg dahin war lang: Zwei Jahre von Arzt zu Arzt, eine Heirat und einen Brief später ist ihr größter Wunsch Wirklichkeit geworden. Was genau passiert ist, lest ihr in ihrem Interview:

Man kennt dich schon aus einer früheren AOK PLUS-Kampagne, erst ohne und dann mit Kugel-Bauch. Wie geht es eurer kleinen Familie heute?

Uns geht es prima. Winfried ist mittlerweile 1 1/2 Jahre alt und hält uns richtig auf Trab. Er ist ein wirklicher Wirbelwind! Seit Dezember vergangen Jahres geht er in die Kita und wir haben uns an den Alltag, der auch mal sehr stressig sein kann, gewöhnt.

Ihr habt lange für eure kleine Familie kämpfen müssen. Weißt du, warum du nicht schwanger werden konntest?

Lange Zeit wussten wir nicht, woran es lag. Wir sind von Frauenarzt zu Frauenarzt gegangen. Alle sagten, es sei alles in Ordnung und das wird schon. Bis wir einen Frauenarzt fanden, der uns nahegelegt hat, eine Kinderwunsch-Klinik aufzusuchen, um alle Möglichkeiten für Untersuchungen auszuschöpfen. Ich hoffe, es ist okay, wenn ich nicht ganz so tief darauf eingehe. Es ist ja sehr persönlich.

War für euch von Anfang an klar, dass ihr es mit künstlicher Befruchtung versucht, wenn es nicht klappt?

Das war überhaupt nicht klar. Erst nach dem Besuch in der KiWu-Klinik sind wir mit dem Thema künstliche Befruchtung überhaupt in Berührung gekommen. Am Anfang war das auch total komisch für uns.

Wie war der Moment für euch, als ihr die Testergebnisse der Klinik bekommen habt?

Der Moment war hart. Nicht nur für mich, sondern auch für meinen Mann. Beide Ergebnisse waren überhaupt nicht gut. Man fühlt sich so leer. So ungebraucht.

Für euren Kinderwunsch habt ihr nicht nur geheiratet, sondern seid extra zur AOK PLUS gewechselt. Warum?

Nicht nur die Kostenübernahme, sondern auch die Betreuung rund um das Thema Schwangerschaft hat mich dazu bewogen. Zumal ich die Mitarbeiter von der AOK PLUS besonders loben muss. Sie haben richtig mitgefiebert und ich habe das Gefühl gehabt, immer gut aufgehoben zu sein, egal um was es ging.

Wie lange hat die Genehmigung der AOK PLUS für die Kostenübernahme gedauert?

Bei mir ging alles rasend schnell. Das waren keine drei Wochen. Ich habe geweint, als ich den Brief aus dem Briefkasten geholt habe. Ich war so glücklich und so erstaunt über diese rasche Antwort.

Wie hast du die Zeit während und nach der künstlichen Befruchtung erlebt?

Gefühlsmäßig war es ein Auf und Ab. Ich war voller Glückshormone und fast überschwänglich. Zeitgleich saß die Angst immer tief und ich habe jeden Termin in der Klinik herbeigesehnt. Ich musste mich jeden Tag spritzen, damit meine Eizellen reifen. Das war anstrengend. Aber ich wusste ja immer, dass ich es für meinen größten Wunsch mache.

Und was können die Papas in spe tun, um die Phase erträglicher zu machen? Womit hat dir dein Mann in der Zeit geholfen?

Ich bin einfach froh über meinen Mann, er hat meine Launen ausgehalten und versucht, mich zu verstehen. Er hat meine Hand gehalten während den etlichen Untersuchungen. Zusammenhalten ist wichtig – auch, wenn es Rückschläge gibt.

Die erste künstliche Befruchtung bei dir hat direkt geklappt. Wie ging es weiter?

Mein HCG-Wert ist fleißig angestiegen. Nur im Ultraschall hat man das Baby nicht gesehen. Wir haben dann fast 3 Monate gehofft, dass das kleine Ei einfach in einer Ecke sitzt und sich nicht zeigen mag. Es ist in den Eileiter gewandert. Es war schon ziemlich groß und auch das kleine Herzchen hat geschlagen. Leider konnten die Ärzte da nichts tun – ich musste schnell in die Klinik, weil die Gefahr bestand, dass mein Eileiter platzen konnte. Im letzten Ultraschall habe ich dann noch ein letztes Bild vom dem Zwerg bekommen und bin damit in die Narkose gegangen. Es gibt keinen Tag, an dem wir nicht an unser kleines Sternenkind denken.

Aber dann ist das Wunder passiert und du bist wieder schwanger geworden.

Nach der ersten Befruchtung haben wir uns auf den nächsten Anlauf eingestellt, die AOK PLUS bezahlt ja drei Versuche. Zwischen den Phasen ist immer eine Pause für den Hormonaufbau. Und obwohl es eigentlich unmöglich war, wurde ich genau in dieser Pause ganz natürlich schwanger. Für unseren Winfried gibt es keine logische medizinische Erklärung. Er war ein Kämpfer und alles sollte genauso kommen, wie es jetzt ist.

Eure Geschichte ist das beste Beispiel, dass man die Hoffnung nie aufgeben sollte. Was ist dein Ratschlag für andere Paare mit Kinderwunsch?

Bei der Frage bekomme ich Gänsehaut! Viele Paare geben sich auf oder trauen sich aus Scham nicht in eine Klinik. Aber niemand sollte sich dafür schämen oder aufgeben, an Träume zu glauben. Das schönste Geschenk ist dann das Wunder im Arm.

Alles Gute für euch und vielen Dank, dass du anderen Leserinnen und Lesern mit deiner Geschichte Mut machst und Hoffnung gibst.