Fragen zur Geburt und Väter im Kreißsaal

Werdende Papas in der Nebenrolle ihres Lebens

Na so ein Theater! Die Stars der (Geburts-)Stunde sind zweifelsfrei Mütter und Babys. Es ist alles auf einmal: Ein bisschen Drama, ein emotionaler Krimi und am Ende wartet die schönste Liebesschnulze aller Zeiten. Väter sind die stillen Helden in diesen schmerzlich-süßen Minuten und Stunden. Sie sind Stütze, Rückhalt und Motivator zugleich. Das Wunder der Geburt gehört der ganzen Familie und ist ein Ehrentag für alle. Vorhang auf: So klappt die Entbindung mit Happy End.

1. Akt – Exposition: Die Einleitung der Geburt

Ronny Z.

Vom Blog wickelchef.com

Männer, die Frau muss zur Geburt so entspannt sein, wie ein Hefeteig, der sanft über den Schüsselrand quillt! Meint unsere Hebamme Simone. Ich meine mich zu erinnern, schon einmal zugeschaut zu haben, wie ein Hefeteig quillt. Aber wie lange dauert so ein aufquellender Hefeteig? Und woran erkenne ich, ob er wirklich schon fertig fürs Ausbacken ist?

Ja Männer, in einem gemeinsamen Geburtsvorbereitungskurs könnt ihr schon einmal die Generalprobe vollziehen. Schon vor der Geburt gibt es einiges zu klären. Gemeinsam könnt ihr entscheiden, wo euer Baby auf die Welt kommen soll. Mit Krankenhaus, Geburtshaus oder Hausgeburt habt ihr drei Möglichkeiten, deren Für und Wider ihr abstecken könnt.

Heiner F.

Vom Blog vaterwelten.de

Die Fruchtblase platzt, es geht los. Für einen kurzen Moment schießen mir Freudentränen in die Augen. Doch meine Frau spürt die Wehen jetzt noch schmerzhafter. Schlechter Zeitpunkt für Emotionen, jetzt muss ich supporten.

Auch ein schönes Thema für gemeinsame Entscheidungen: natürliche Geburt oder Kaiserschnitt. Auch wenn kein Kaiserschnitt geplant ist oder medizinisch nicht notwendig scheint, solltet ihr vorab besprechen, was im Ernstfall zu bedenken ist. Und um dem anderen möglichen Schnitt bzw. -riss, nämlich dem des Dammes vorzubeugen, könnt ihr eure Hebamme über mögliche Maßnahmen wie z.B. Dammmassagen ausfragen. Und dann geht’s ans Eingemachte:

Rick E.

Vom Blog 8bitpapa.de

Es folgten ein paar Stunden seltsam verzerrte Movie Time, wie in einem Tarantino-Film mit zeitversetztem Script. Nur mit weniger Blut, jedenfalls auf unserer Seite der Beine. Nach den unglaublichsten Schmerzen aus der Hölle, Drücken, Ziehen, Ziepen, Pressen, wie an schlechten Tagen der Schwangerschaft, aber hoch 10!

2. Akt – Hauptteil: Das Baby kommt

Die Spannung steigt genauso wie die Wellen auf dem Wehenschreiber. Jetzt haben Mama und Baby den großen Auftritt. Während die Frau mit einer Wehe nach der anderen zu kämpfen hat, ist der Papa einfach da. Es ist nicht leicht mitanzusehen, wie die Frau, die man liebt, vor Schmerzen brüllt und MANN nichts tun kann. Auch wenn der Mann sich vielleicht hilflos fühlt: Eine Hilfe ist er dennoch. Er ist dabei, er feuert an, er gibt mentale Stärke, er hält die Hand. Unterstützung ist alles, was die werdende Mama jetzt am meisten braucht.

Keine Zeit für Kreuzworträtsel, nicht mal eine Partie Smartphone-Scrabble oder den neuesten Roman von Robert Charles Wilson. Auch die Pizza, die ich mir schon allein deshalb liefern lassen wollte, um eine tolle Anekdote erzählen zu können, blieb unbestellt. Was zählte, war Hände halten, Wehensekunden mitzählen, Wehe für Wehe, und wissen, dass man nichts anderes machen kann, darf, muss und soll, als da zu sein. Bis es soweit ist. (Heiner vom Blog vaterwelten.de)

Auch den organisatorischen Kram kann getrost der Mann übernehmen. Und dann erlebt ihr es Seite an Seite, die dritte und letzte Phase, den finalen Akt: Das Wunder der Geburt.

Das erste Mal Sex, das erste Mal Autofahren, das erste Mal einen Job beginnen oder das erste Mal Papa werden. Jedes dieser ersten Male war und ist etwas Besonderes. Bisher habe ich auf die Frage, was mich emotional am stärksten berührt hat, geantwortet: Das erste Mal alleine Fliegen. Seit der Geburt meiner Tochter hat sich das geändert. (Heiner vom Blog vaterwelten.de)

3. Akt – Schluss: Endlich Familie

Und dann dieser Moment, in dem aus einem Mann ein Vater wird, aus einer Frau eine Mama und aus allen eine kleine Familie.

Der Aufforderung »Gucken se doch mal« jenseits der zwei aufgestellten Beine konnte ich allerdings nicht widerstehen. Und unglaublich! Da sah ich ein Stück des Schädels. Mit Haaren. Gar nicht blutverschmiert und eklig, wie ich immer dachte, sondern außerordentlich faszinierend. Aber nicht so faszinierend, dass ich mir jemals entsprechende YouTube-Videos reinziehen würde. (Rick vom Blog 8bitpapa.de)

Eure Hebamme, die euch dank der Hebammenhilfe sicher tatkräftig unterstützt hat, wird euch die Nabelschnur überreichen, um das Band, welches Mutter und Kind so lange verbunden hat, zu durchschneiden. Euch verbindet jetzt nämlich ein stärkeres Band als die grünblaue Nabelschnur: Die unsichtbare Verbindung als kleine Familie. 

Eine Nachgeburt und eine Dusche später lagen wir wieder im Krankendoppelbett in unserem Stationsappartement. Fassungslos reichten wir das Häufchen Haut und Knochen mit verknautschtem Gesicht zwischen uns hin und her. (Rick vom Blog 8bitpapa.de)

Die ersten Untersuchungen hat euer Baby übrigens schon kurz nach der Geburt. Dazu gehört das Neugeborenenscreening sowie die allererste Vorsorge-Untersuchung (U1), beide kostenfrei dank der AOK PLUS. Da ein Baby selten mit Gebrauchsanweisung kommt, unterstützt euch eure Hebamme auch nach der Geburt, besonders in der ersten Zeit des Wochenbetts.

Puh, nach so viel Krimi und Liebesfilm, wie wäre es jetzt mit einer kleinen Komödie zum Thema „Geburt“? Bitteschön:

Was wissen unsere Kids eigentlich über Mamas Kugelbauch und das Thema Geburt? Wir haben da mal nachgefragt und Erstaunliches zu hören bekommen ...