René Kindermann über die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“

Warum jeder Kilometer einen Unterschied macht.

René Kindermann

Er ist Sport- und Fernsehmoderator, Journalist und auch in diesem Jahr wieder regionaler Schirmherr der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“. Die bundesweite Mitmachaktion der AOK und des Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) motiviert dazu, sich für den Arbeitsweg in den Sattel zu schwingen. Uns hat René Kindermann verraten, warum schon wenige Kilometer einen Unterschied machen, und was hilft, wenn der Schweinehund sein Veto einlegt.

Ziel ist im Aktionszeitraums an mindestens 20 Tagen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Gibt es da nicht ein paar Tipps, mit denen man garantiert durchhält?

Klar gibt es die! Erstens: Sucht euch Mitfahrer. So motiviert ihr euch gegenseitig und habt selbst bei schlechtem Wetter Spaß! Zweitens: Steckt euch kleinere Zwischenziele. Wer die Messlatte schon zu Beginn zu hoch ansetzt, verliert schnell die Lust, wenn er an seinen eigenen Hürden scheitert. Deswegen fangt lieber klein an, dann bleibt der Spaß erhalten und Erfolgserlebnisse festigen die Motivation. Startet vielleicht mit dem Ziel, in der ersten Mai-Hälfte an drei Tagen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. In der zweiten können es dann schon vier sein. Steigert ihr das pro halben Monat immer um einen Tag, habt ihr am Ende der Aktion die Tage locker im Kasten. Mit einem tollen Trainingspartner an eurer Seite geht das Ganze dann nochmal etwas leichter.

Im vergangenen Jahr hat die Aktion über 13.000 Menschen in Sachsen und Thüringen zum Mitradeln gebracht. Eine starke Zahl.

 

In der Tat eine Zahl die in mir wirklich große Begeisterung hervorruft. Als wir vor 3 Jahren gestartet sind, wollten wir unbedingt die 10.000er-Marke knacken. Und das haben wir geschafft. Im Aktionsjahr 2018 haben in Sachsen und Thüringen schon insgesamt 12.920 registrierte Teilnehmer in 533 aktiven Teams rund 3,9 Mio. Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt und dabei 770.000 kg CO2 eingespart. Das ist sensationell und zeigt uns, dass immer mehr Menschen in Sachsen und Thüringen etwas für ihre eigene Gesundheit tun möchten. Und wir wollen mehr. Wer weiß, vielleicht knacken wir diesen Rekord und sparen in diesem Jahr schon 800.00 kg CO2?

Was findest du richtig gut am Radeln?

Ganz einfach: Radfahren macht gesund UND glücklich. Nach nur 30 Minuten werden schon die ersten Glückshormone ausgeschüttet. Und dann nochmal beim Blick ins Portmonee. Denn ein Rad muss nicht betankt werden, man bekommt keine Strafzettel wegen Falschparkens und die Versicherung ist günstig. Steuern gibt es auch nicht und die meisten Reparaturen kann man selber übernehmen. Wer mit dem Rad fährt, leistet außerdem einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz. Allein im vergangenen Jahr wurden Deutschlandweit 4,6 Millionen Kilogramm CO2 eingespart – das ist der absolute Wahnsinn!!! Ganz nebenbei reduziert Radfahren auch noch das Stressniveau, denn Stau und Parkplatzsuche fallen weg. Was ich also gut finde am Radeln: alles!

Das sind überzeugende Argumente für das Fahrrad. Und die Anmeldung ist ja auch wirklich einfach, oder?

Ja genau! Mit nur wenigen Klicks bist du dabei. Die Registrierung ist so simpel, wie das Radfahren selbst – einfach anmelden und losfahren. Es dauert nur wenige Minuten und es gibt nichts zu verlieren, als höchstens ein paar Pfunde. Einfach rauf aufs Rad und mitmachen!

Was bedeutet die Aktion für dich persönlich?

Ich muss zugeben, dass ich erst durch die Aktion überhaupt zurück aufs Fahrrad gefunden haben. Ich hatte in der Vergangenheit mit schweren Rückenproblemen zu kämpfen und seit Jahren nicht mehr auf dem Rad gesessen. Und dann kam „MdRzA“ in mein Leben! Seither gehört das Rad wieder zu meinen liebsten Fortbewegungsmitteln. Es braucht nur eine Initialzündung und einen guten Motivator, dann kommt von ganz allein die Freude dazu. Ich bin gern beides für die Teilnehmer und gehe mit gutem Beispiel voran. Und ich kann es wirklich nur wiederholen: Macht mit! Es lohnt sich in jeder Hinsicht.

Was sind deine Erfahrungen im Rahmen der Aktion, welches Feedback hast du in der Vergangenheit schon bekommen?

Von vielen „MitdemRadzurArbeit-Radler“ habe ich gehört, dass der Weg nach Hause das Beste ist. Der Grund: Ärger und Stress haben Zeit zu verfliegen. Das kann ich so nur bestätigen. Denn Radfahren macht den Kopf frei. Außerdem habe ich festgestellt, ob in Erfurt, Chemnitz oder Görlitz, dass die Menschen die mit dem Rad zur Arbeit gefahren sind, mit einem Lächeln auf den Lippen angekommen sind. Es ist das gute Gefühl, was in einem wohnt, wenn man schon etwas geleistet hat, noch bevor man so richtig in den Arbeitstag gestartet ist. Das müssen dann nicht 15 Kilometer sein. Jeder Kilometer macht einen Unterschied.

Was ist die Ausrede, die du wirklich nicht mehr hören kannst?

Auch ich habe mal Tage, an denen ich eine Pause brauche. Daran ist nichts verwerflich. Wer mal einen Tag oder zwei aufs Rad verzichtet, ist nicht gleich ein Drückeberger. An den gesteckten Zielen sollte man trotzdem dranbleiben. Was ich aber wirklich nicht mehr hören kann, ist die Ausrede „Das Wetter ist zu schlecht“ – und zwar dann, wenn es eigentlich nur etwas nieselt. „Ich habe keine Zeit dafür“ zählt auch nicht. Denn Radfahren kostet nicht zwangsläufig Zeit, sondern spart sie euch im besten Fall. Und aus eigener Erfahrung weiß ich das „Ich habe so große Schmerzen im Rücken, damit kann ich nicht Fahrradfahren.“ nicht zwangsläufig ein Grund ist, aufs Radfahren zu verzichten. Hier hat ganz eindeutig der Schweinehund die Oberhand. Mein Credo deshalb: „Es tut nicht weh“! In keinerlei Hinsicht. Also schwingt euch aufs Rad, leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und tut etwas für eure Gesundheit. Besser geht es nicht!

Übrigens: Auch Fernpendler können teilnehmen und ihren Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln kombinieren.

Danke für deine Motivationsspritze René! Bleibt nur noch die Frage, welcher Fahrradtyp du eigentlich bist?

Ich bin eher der Typ Mountainbike. Damit kommt man überall durch und es eignet sich für alle Untergründe: ob auf unebenen Waldwegen, Kopfsteinpflaster in der Innenstadt und natürlich auch auf asphaltierten Radwegen.